Tradition zum ersten Geburtstag

Ein Jahr ist nun rum. Wo ist die Zeit geblieben? Wie im Flug ist das erste Jahr vorübergezogen und nun wird meine Kleine tatsächlich eins. Wie oft habe ich von Freunden gehört: „Genieße das erste Jahr, es geht so schnell vorbei.“ Und sie hatten recht.

Ich habe tatsächlich jeden Tag genossen. Wirklich wahr. Natürlich war es auch anstrengt und mühsam, aber jeden Tag auch schön. Jeden Tag hat uns Anna zum Lachen gebraucht, wir haben mitgefiebert, wenn sie was Neues gelernt hat, waren stolz, haben tausend Fotos geschossen und jedes „erste Mal“ ausgiebig gefeiert. Erstes Mal Umdrehen vom Rücken auf den Bauch, erster Zahn, das erste Mal alleine Sitzen, der erste Brei, Winken und in die Hände klatschen und die ersten Schritte. Wie aufregend und voller Glück diese Momente doch waren. 

Und nun ist sie schon so groß und doch noch so klein. Ich bin froh, dass ich noch ein halbes Jahr zu Hause bleiben darf, bevor sie in die Kita geht. Denn sie erscheint mir noch so klein und braucht doch noch so viel Hilfe, vor allem beim Essen. 

Ich bin froh, die Zeit noch so intensiv mit ihr genießen zu können. Die Zeit geht so schnell vorbei und man bekommt sie nicht zurück. Was man verpasst hat, hat man verpasst.

Die Geburtstagsfeier war sehr schön. Wir haben am Wochenende ganz entspannt mit der Familie gefeiert. Es gab jede Menge Kuchen und auch eine ganz besondere Geburtstagstorte. Besorgt habe ich sie im polnischen Café Kredenz. Die Himbeertorte hat himmlisch geschmeckt. Lecker war der knusprige Teil einer Kuchenschicht. Es hat auf einmal überraschend im Mund geknistert. 

Knusprige Himbeertorte vom Café Kredenz

In Polen gibt es eine lustige Tradition für den ersten Geburtstag. Dem Kind werden ein Buch, ein Geldschein, Zigaretten, ein Schnapsglas und ein Rosenkranz oder Bibel hingelegt. Alle Gäste versammeln sich um das Kind herum und schauen gespannt, nach welchem Gegenstand es als erstes greift. Alle Gegenstände haben eine Symbolik, die für Materielles, Geistiges oder den Genuss steht. 

Das Buch symbolisiert Intelligenz und Bildung. Wenn das Kind danach greift, wird es gut in der Schule sein, vielleicht sogar studieren und einen guten Beruf haben. Der Geldschein steht für Materielles und eher für Verschwendung. Zigaretten stehen für Sucht und das Schnapsglas für ausgiebiges Feiern. Der Rosenkranz (oder die Bibel) stehen für einen „guten gläubigen Christen“, einen Menschen, der den ehrlichen Weg einschlagen wird. 

Dieser Brauch ist natürlich ein lustige Spiel und darf nicht ganz ernst genommen werden. Wir hatten jedenfalls viel Spaß dabei und waren sehr gespannt zu sehen, nach welchem Gegenstand Anna als erstes greift.

Und wie sollte es auch anders sein: Sie hat sich für den richtigen Weg entschieden und nach dem Rosenkranz gegriffen. Du kannst dir sicherlich vorstellen, wie stolz die polnische Oma war. 


Kennst du auch diese Tradition? Oder vielleicht einen anderen Brauch zum ersten Geburtstag?

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