Darauf solltest du bei der Kitasuche achten

In Berlin ist es gar nicht so leicht, einen Kitaplatz zu finden. Es gibt zu viele Kinder und zu wenig Plätze, deshalb ist es ratsam, sich so schnell wie möglich um einen Kitaplatz zu bemühen. 

Zum 1. März 2017 wurden fast 763.000 Kinder unter 3 Jahren in einer Kita oder Tagespflege betreut. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) waren das 41.300 Kinder  (5,7%) mehr als im Vorjahr. In 2018 werden die Zahlen sicherlich ähnlich sein.

Wenn man diese Zahlen hört, versteht man, dass sich Eltern schon sehr früh um einen Kitaplatz bemühen, um nicht am Ende ohne Platz dazustehen. Auch ich habe mich hochschwanger aufgemacht, um die ersten Kennenlerngespräche zu führen und mich auf die Wartelisten setzen zu lassen. Und ich war nicht alleine mit meiner dicken Kugel. Schwangere Frauen, Mütter mit Neugeborenen aber auch mit etwas älteren Kindern erschienen zahlreich zu den Sprechstunden, um einen Platz zu ergattern. Ich empfehle daher jeder Mami, sich spätestens mit der Geburt ihres Babys nach einer Kita umzusehen.

Hier noch ein paar weitere interessante Fakten: Ab dem 1. August 2013 haben alle Kinder einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz oder Kindertagespflege. Auch Kinder, die noch nicht ein Jahr alt sind, können einen Rechtsanspruch haben, wenn die Eltern nachweisen, dass sie arbeiten müssen. 

Neu: Ab August 2018 müssen Eltern für die Betreuung ihres Kindes keine Kitagebühren mehr entrichten. Man muss nur noch für das Essen (Verpflegungspauschale) 23,00 Euro zahlen. In anderen Bundesländern wie z. B. Brandenburg sieht das anders aus. Da zahlen normale Durchschnittsverdiener gerne für die Betreuung von zwei Kindern ca. 450,00 Euro monatlich und dann kommt noch das Essengeld hinzu.

Neu ist auch seit 2018: Wer sein Kind bis 7 Stunden in der Kita oder bei einer Tagesmutter betreuen lassen möchte, muss den Bedarf nicht mehr (durch den Arbeitgeber) nachweisen.

Bei der Suche nach einer guten Kita, waren mir diese Punkte wichtig:

  • Betreuungszeit: Ich habe darauf geachtet, dass die Betreuungszeiten meines Kindes mit meinen Arbeitszeiten übereinstimmen. Dabei habe ich mir einen zeitlichen Puffer eingeplant, falls mal was dazwischen kommt, ich länger arbeiten muss, die Bahn Verspätung hat oder ich im Stau stehe. Somit habe ich mir eine Kita gesucht, die etwas länger geöffnet hat, als ich sie tatsächlich im Regelfall brauche. Im Notfall kann mein Kind somit länger betreut werden. Das im Hinterkopf zu wissen, nimmt mir den Druck weg. Hinweis: Die meisten Kitas haben festgesetzte Schließzeiten im Jahr (z. B. drei Wochen in den Sommerferien und einige Brückentage sowie zwischen Weihnachten und Neujahr). Es gibt aber auch Kitas, die keine Schließzeiten haben oder mit anderen Kitas zusammenarbeiten, die während der Schließzeiten Kinder aufnehmen, die sonst nicht untergebracht werden können. 
  • Geeignete Schlafmöglichkeit: Ich habe schon die kuriosesten Dinge über die Schlafplätze von Kindern gehört. Eine Bekannte erzählte mir z. B., dass sie bei einer Kitabesichtigung irritiert war, da dort die Matratzen, auf denen die Kinder schlafen sollten, mit blauen Müllbeuteln bezogen wurden. So sollte verhindert werden, dass Flüssigkeit in die Matratze zieht, wenn Kinder mal einmachen. Bei Besichtigungen habe ich mir (seit dieser Geschichte) die Schlafplätze immer zeigen lassen.

    Ich finde schön, wenn Kinder nicht zum Schlafen gezwungen werden (wie oft früher der Fall). In modernen Einrichtungen können Kindern, die nicht einschlafen können oder eher aufwachen, sich ruhig beschäftigen, ein Buch lesen oder etwas puzzeln. Es gibt auch Kinder, die keinen Mittagsschlaf machen sollen, weil sie dann abends nicht schlafen können oder nachts ein paar Stunden wach liegen und die Eltern nicht schlafen lassen. Es ist schön, wenn hier die Erzieher auf die Schlafgewohnheiten- und Bedürfnisse der Kinder Rücksicht nehmen.
  • Gesundes Essen: Die Ernährung sollte ausgewogen sein und frische Lebensmittel enthalten. Schön ist, wenn die Kita eine eigene Küche hat, in der täglich frisch gekocht wird. Süßigkeiten sollten nicht täglich auf dem Speiseplan stehen. Besser ist es, sie in Ausnahmefällen anzubieten, z. B. wenn ein Kindergeburtstag ansteht oder ähnliches. Ein striktes Verbot finde ich übertrieben, da Verbote meistens nur das Gegenteil bewirken. Viel wichtiger ist es, wenn in der Kita darauf geachtet wird, dass die Kinder regelmäßig ihre Zähne putzen.
  • Spielen im Freien: Ich finde es wichtig, dass Kinder draußen spielen und sich entfalten können. Kinder müssen lernen, wie sich Kälte, Wind, Sonne und Regen anfühlen. Eine gute Kindertagesstätte sollte über ein gut durchdachtes und sicheres Außengelände verfügen. Ideal sind Wege für das Fahren mit Rollern oder Autos, eine Rutsche, eine Schaukel und ein Sandkasten. Auch ausreichend Platz zum Springen und Klettern sind wünschenswert. 
  • Kindgerechte Räume: Mir ist wichtig, dass die Räume kindgerecht und freundlich gestaltet sind. Die Kinder sollten sich hier wohlfühlen, aber auch eine Struktur bekommen, um sich kreativ und selbstbestimmt entwicklen zu können. Das die Räume sicher sein sollten, versteht sich von selbst.
  • Philosophie des Hauses: Es gibt unterschiedliche Erziehungsschwerpunkt wie z. B. die Erziehung nach Montessori, eine religiöse Erziehung oder andere Erziehungskonzepte. Deshalb sollte die Philosophie des Hauses mit deinen Werten und Vorstellungen übereinstimmen. Erkundige dich bei der Kita, für welches Erziehungsmodell sie steht. Mir persönlich ist wichtig, dass in der Kita gewisse Werte vermittelt werden, wie Verlässlichkeit, Beständigkeit, Geborgenheit, Orientierung und Gemeinschaft. Ich möchte, dass mein Kind sich in der Kita gut aufgehoben fühlt, unterstützt wird und einen guten Bezug zu seinen Betreuern hat. Es soll lernen, mit anderen Kindern gut und respektvoll umzugehen. 
  • Guter Personalschlüssel und Gruppengröße: In Berlin soll ab 2018 eine Fachkraft 4.25 Kinder unter zwei Jahren betreuen. Im letzten Jahr kamen 5 Kinder auf eine Fachkraft.  Im Jahr 2019 soll sich der Schlüssel noch weiter verbessern auf 3.75. Allein für diese Verbesserungen bringt Berlin weit über 100 Millionen Euro auf, so die Presse. Wichtig ist mir, dass genügend Erzieher/innen da sind, um die Kinder gut betreuen zu können. 
  • Sicherheit: Mir ist die Sicherheit meines Kindes wichtig. Eine durchgehende und gute Beaufsichtigung sollte sich von selbst verstehen. Vor allem bei Ausflügen oder anderen gefährlichen Aktivitäten sollten die Erzieher gut auf die Kinder acht geben. 

Wie du einen Kitagutschein beantragst, erfährst du hier.


Wie war es bei dir? Hat sich die Suche schwierig gestaltet oder hattest du Glück und hast gleich einen Platz bekommen? Was ist dir wichtig bei der Betreuung deines Kindes?

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