So organisierst du eine Taufe

Ich habe vor ein paar Tagen über unsere Taufe berichtet. Heute möchte ich dir ein paar Tipps geben, was man beachten muss, um eine Taufe zu organisieren.

In Deutschland muss man nicht zwingend verheiratet sein, um sein Kind taufen zu lassen. Es reicht aus, wenn ein Elternteil der Kirche angehört und der andere (also der nicht christliche) erklärt, dass sein Kind im christlichen Glauben aufwachsen soll.  

Das sind die wichtigsten Punkte, um eine Taufe zu organisieren:

  • Suche nach einer Kirche, in der dein Kind getauft werden soll. In der Regel ist es deine Kirchengemeinde. Falls du dein Kind in einer anderen Gemeinde taufen lassen möchtest, ist das kein Problem. Du musst dir allerdings einen Entlassungsschein (für die neue Kirche) bei deiner Gemeinde ausstellen lassen. Das geht schnell und formlos. Ein Anruf genügt, um dir den Schein nach Hause zusenden zu lassen.
  • Vereinbare ein Gespräch mit dem Pfarrer, der dein Kind taufen soll. Das Gespräch ist Voraussetzung für die Taufe. In diesem Gespräch wird dich der Pfarrer fragen, wieso dein Kind getauft werden soll. Das Gespräch ist zum Kennenlernen. Besprochen wird auch der Ablauf der Taufe.
  • Überlege dir Fürbitten, die während der Tauffeier gesprochen werden sollen und wer sie aufsagen soll. Am besten du fragst vorher im Bekannten-/Verwandtenkreis nach, wer sich dazu bereit erklärt. Der Pfarrer wird danach fragen und sich die Person notieren.
  • Wähle einen Taufspruch aus der Bibel. Der ausgewählte Vers (aus der Bibel) versteht sich als Grundlage für den Täufling und soll für ein ganzes Leben sein. Hier steht der Pfarrer auch beratend zur Seite.
  • Suche mit dem Pfarrer ein Lied aus, das während der Tauffeier gesungen werden soll. Falls du keinen besonderen Wunsch hast, wird der Pfarrer dir helfen, ein passendes Lied auszusuchen.
  • Bring dein Kind ruhig zum Gespräch mit. So kann der Pfarrer den Täufling gleich kennenlernen.
  • Suche deine Paten sorgfältig aus. Die Paten sollen den Täufling im Lebens- und Glaubensweg begleiten. Sie sollen auch die Eltern in ihrer Erziehung unterstützten. Gemeint sind hier nicht Regeln aufzustellen, sondern ein Ansprechpartner für das Kind zu sein. Meist suchen sich die Eltern Taufpaten in ihrem familiären Umfeld oder im engen Freundeskreis aus. Schön wäre auch, wenn die Paten nicht viele Kilometer weit weg wohnen. Man kann nur regelmäßigen Kontakt bzw. eine Beziehung zum Kind aufbauen, wenn man Zeit miteinander verbringt.


Die katholische Kirche erachtet das Amt des Taufpaten als eine lebenslange Verantwortung.
Die Paten können nicht mehr abgesetzt werden, z. B. nach einem Streit mit den Eltern. Die Paten können nicht aus dem Taufregister gestrichen werden, den sie haben mit ihrer Unterschrift die Taufe bekundet. Auch deshalb ist es wichtig, die Paten sorgfältig auszuwählen.

Eine Fürsorgepflicht (wie es früher üblich war) besteht nicht mehr. Wenn Eltern früh versterben, sind die Paten nicht verpflichtet, das Patenkind bei sich aufzunehmen.

Die Taufpaten übernehmen während der Taufe einige Aufgaben: Sie halten das Kind während der Segnung mit dem Weihwasser und halten die Taufkerze. Sie können auch ein paar Worte bei der Taufe sprechen, wenn das vorher mit dem Pfarrer abgesprochen wird.

Voraussetzungen für einen Paten:

  • Mindestalter 16 Jahre (katholisch), 14 Jahre (evangelisch)
  • Mindestens ein Pate muss der Kirche angehören (getauft und gefirmt)
  • Es muss mindestens ein Pate benannt sein, höchstens zwei Paten. In Deutschland ist es möglich, dass z. B. zwei Frauen oder zwei Männer die Taufpaten werden.
  • Paten müssen eine Bescheinigung (von ihrem Pfarrer) vorlegen, dass sie würdig sind, Paten zu sein. In Deutschland erhält man einen Patenschein, der bescheinigt, dass sie zur katholischen Kirch gehören. In Polen bescheinigt der Pfarrer, dass man gläubiger und praktizierender Katholike ist. 

Zu dem Gespräch musst du folgende Unterlagen mitbringen:

  • Eventueller Entlassungsschein
    Geburtsurkunde des Kindes (Kopie)
    Personalausweis Mutter und Vater
    Genaue Daten der Paten angeben (Name, Adresse, Konfession)
  • Kaufe ein Taufkleid und eine Taufkerze: Bei einigen Gemeinden kann man das Taufkleid ausleihen, also frag bei deiner Gemeinde nach, wenn du kein Kleid kaufen möchtest. Wir haben es auf die polnische Weise gemacht und statt dem traditionellen Taufkleid ein Tauftuch über das Kind gelegt. Das geht auch, wenn man den Wunsch gegenüber dem Pfarrer äußert. Da es eine polnische Tradition ist, hat der Pfarrer dafür Verständnis.

  • Plane die Tauffeier im Restaurant: Es ist schön sich nach der Taufe mit der Familie zu treffen. Meistens sind alle hungrig und freuen sich auf ein gemütliches Zusammentreffen mit der Familie.

Tipp: Frage einen Bekannten oder Verwandten, ob er Fotos schießen kann. Meistens hat man dafür selbst keinen Kopf frei und ärgert sich später, wenn man keine Erinnerungsbilder gemacht hat. Ob du in der Kirche fotografieren kannst, solltest du vorher mit dem Pfarrer absprechen. Meistens ist es so, dass während der Feier nicht fotografiert werden sollte. Erst später, wenn die Messe vorbei ist, darf man in der Kirche Fotos schießen.

Ich wünsche dir eine gelungene Taufe.

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